#149 Alles Coin, Nichts Muss Insights

Liquidations-Schock, Ende der Altcoins und ist die Luft raus? - das erwartet dich in Folge 149!

#149 Alles Coin, Nichts Muss Insights

Moin und Servus,

es ist Folge 149 von Alles Coin, Nichts Muss, die mal wieder unterstützt wird von unseren Freunden bei Bitpanda.

Überblick

Donald Trump gibt sich als Krypto-Freund – doch das heißt nicht, dass er dem Markt nicht auch schaden kann. Am vergangenen Wochenende hat er mit überraschenden Strafzöllen auf Importe aus Mexiko und Kanada Bitcoin & Co. in den Sturzflug geschickt. Die Folge? Eine Liquidationswelle von 2 bis 8 Milliarden US-Dollar – die größte der Geschichte.

Die Strafzölle sind zwar vorerst wieder vom Tisch, doch die Unsicherheit bleibt. Was das für den Markt und die Anleger bedeutet, diskutieren Julius Nagel und Florian Adomeit in dieser Folge von Alles Coin, Nichts Muss. Dabei geht es nicht nur um Bitcoin: Besonders Altcoins haben in den letzten Wochen stark gelitten. Woran liegt das – und gibt es noch Hoffnung auf ein Comeback?

Außerdem: Das Rebranding von MicroStrategy, Neuigkeiten aus der Regulierung und die Frage, ob sich Krypto zunehmend zu einem Winner takes it all-Markt entwickelt.

Takeaways

  • Vorletztes Wochenende wurden mindestens 2 Mrd. Dollar an Krypto-Positionen liquidiert – ein Rekord, der sowohl den Covid- als auch den FTX-Crash übertraf. Der Auslöser war Trumps Ankündigung von Strafzöllen gegen Kanada und Mexiko, die einen Abverkauf der S&P-Futures kurz vor Handelsschluss am Freitag auslöste.

  • Da Krypto rund um die Uhr handelt, reagierte der Markt isoliert auf die Nachricht, während die traditionellen Märkte geschlossen waren. Viele Trader hatten gehebelte Long-Positionen offen, die durch Margin-Calls und automatische Liquidationen kaskadenartig geschlossen wurden.

  • Der Liquidations-Schock zeigt: Wer gehebelt handelt, riskiert unnötige Verluste, wenn der Markt kurzfristig gegen ihn läuft. Viele wurden auf der „Liquidationswelle“ ausgestoppt, nur um dann zuzusehen, wie sich der Markt nach der kurzfristigen Schockreaktion wieder stabilisierte.

  • Die Bitcoin-Dominanz ist beim jüngsten Abverkauf auf über 64 % gestiegen – ein Niveau, das zuletzt 2021 erreicht wurde. Während Bitcoin durch institutionelle Zuflüsse gestützt wird, kämpfen Altcoins mit sinkender Nachfrage.

  • Viele Anleger meiden Altcoins, weil Kapital schnell zwischen Projekten rotiert und Gewinne nur schwer realisiert werden können. Gleichzeitig sind viele Altcoins massiv überbewertet, obwohl ihre Fundamentaldaten schwach sind.

  • On top kommt: Wer spekulieren will, geht in Meme-Coins, was ebenfalls dazu beiträgt, dass Infrastruktur-Investments in Altcoins weniger en vogue sind. Langfristige Narrative ziehen kaum noch Kapital an, da schnelle Gewinne im Fokus stehen.

  • Zudem werden in den kommenden Jahren massive Token Unlocks für konstanten Verkaufsdruck sorgen. Ohne neue Käufer könnte das für viele Altcoins das endgültige Aus bedeuten.

  • Julius meint, dass Krypto-Produkte zunehmend „sticky“ sind, weil Nutzer etablierte Lösungen beibehalten und Wechsel seltener werden. Neue Projekte müssten sich gegen starke Netzwerkeffekte behaupten, was Innovation allein zunehmend schwieriger macht.

  • Flo stimmt nur bedingt zu und sieht weiter Bewegung im Markt. Auch damals im Internet wurden Platzhirsche wie MySpace von Facebook abgelöst, und später geriet Facebook selbst durch Plattformen wie TikTok unter Druck. Ähnlich könnte es auch in Krypto-Marktsegmenten kommen.

  • MicroStrategy hat sich in „Strategy“ umbenannt, um die wachsende Rolle von Bitcoin in der Unternehmensstrategie zu betonen. Doch der alte Name ist tief verankert, ähnlich wie bei Twitters Rebranding zu X, und es bleibt fraglich, ob sich die neue Bezeichnung im Sprachgebrauch durchsetzen wird.

  • MicroStrategy bewertet Bitcoin jetzt zum Fair Value, wodurch Marktpreisschwankungen direkt in der Bilanz abgebildet werden. Bisher wurden Wertminderungen erfasst, aber keine Erholungen – die neue Methode gibt ein realistischeres Bild, erhöht aber die Volatilität.

  • David Sacks gab bekannt, dass die Evaluierung von Bitcoin als strategisches Reserve-Asset hohe Priorität hat. Trump hat zudem eine Exekutivverordnung zur Einrichtung eines Staatsfonds nach norwegischem Vorbild unterzeichnet – unklar ist, ob Bitcoin darin eine Rolle spielen könnte.

  • Hester Pierce leitet nun die Crypto-Task-Force der SEC und plant ein neues regulatorisches Framework sowie eine Sandbox. Ihr Ziel ist es, klare Regeln für Krypto-Unternehmen zu schaffen, die oft in mehreren Gerichtsbarkeiten tätig sind.

  • Die SEC will eine Amnestie für vergangene Token-Launches anbieten, sofern keine betrügerischen Absichten vorlagen. Teams können sich melden, um ihre Token als „Non-Security“ einstufen zu lassen, was Rechtssicherheit für den Handel in den USA schaffen soll.

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